Stefan Kaufmann Portrait

Digitale Souveränität – zu kurz gedacht?

👉 Für unsere Jahresveranstaltung „Wir sind souverän!“ am 15.05.2026 sind weiterhin Plätze verfügbar – sowohl für die Teilnahme vor Ort als auch online. Anmeldung hier.


Reicht der Begriff „Digitale Souveränität“ überhaupt aus?

„Digitale Souveränität“ hat sich in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Leitmotiv europäischer Digitalpolitik entwickelt. Doch welche impliziten Annahmen, historischen Konnotationen und politischen Narrative sind mit diesem Begriff eigentlich verbunden?

Und noch grundlegender:
👉 Verdeckt der Fokus auf „Souveränität“ womöglich die eigentlichen Fragen, die gestellt werden müssten?

Mit diesen Herausforderungen beschäftigt sich Stefan Kaufmann von Wikimedia Deutschland in seiner Keynote:

„Digitale Souveränität – zu kurz gedacht?“


Zwischen politischem Leitbild und „magischem Konzept“

Die Keynote beleuchtet kritisch die Herkunft und Entwicklung des Begriffs „Digitale Souveränität“ und zeigt auf, wie dieser seit mehr als einem Jahrzehnt in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft unterschiedlich interpretiert und umgeformt wird.

Dabei stellt Stefan Kaufmann eine zentrale Frage:
👉 Was passiert, wenn ein Begriff gleichzeitig für unterschiedlichste – teilweise sogar gegensätzliche – Ziele verwendet werden kann, ohne offensichtliche Widersprüche hervorzurufen?

Ausgehend von Perspektiven aus den Politikwissenschaften diskutiert der Vortrag, ob es sich bei „Digitaler Souveränität“ möglicherweise um ein sogenanntes „magisches Konzept“ handelt – also um einen Begriff, der breit anschlussfähig ist, aber dadurch auch an analytischer Schärfe verliert.


Mehr als technologische Unabhängigkeit

Die Keynote argumentiert, dass digitale Selbstbestimmung weit über technologische Infrastruktur hinausgeht.

Im Mittelpunkt stehen unter anderem:

  • digitale Gemeingüter
  • Freies Wissen
  • Open Data
  • Freie Software
  • offene und interoperable Wissensinfrastrukturen
  • gesellschaftliche und politische Verantwortung in der Informatik

Anhand konkreter Praxisbeispiele zeigt der Vortrag, dass nachhaltige digitale Handlungsfähigkeit vor allem durch:

  • internalisierte Kompetenzen
  • langfristige und grenzüberschreitende Zusammenarbeit
  • strategisch gedachte IT-Architekturen
  • sowie den Aufbau und die Pflege digitaler Gemeingüter

entsteht.

Darüber hinaus betont die Keynote die besondere Verantwortung von Informatiker*innen und technischer Community, diese Ziele nicht nur technisch umzusetzen, sondern auch gesellschaftlich und politisch einzufordern.


Über den Referenten

Stefan Kaufmann

Stefan Kaufmann ist Referent im Team Politik und öffentlicher Sektor bei Wikimedia Deutschland. Dort vertritt er die Perspektiven der digitalen Zivilgesellschaft in politischen Debatten rund um Freies Wissen, Open Data und Freie Software.

Der Informatiker beschäftigt sich insbesondere mit:

  • Freiem Wissen
  • Linked Open Data
  • digitalen öffentlichen Infrastrukturen
  • Freien Lizenzen
  • dem Spannungsfeld zwischen KI-Systemen und Wissen
  • sowie aktuellen Vorhaben wie dem sogenannten „Deutschlandstack“

Darüber hinaus engagiert er sich seit vielen Jahren aktiv in Projekten Freien Wissens:

  • Wikipedianer seit 2004
  • aktiv bei OpenStreetMap seit 2008
  • engagiert im Open-Data-Ehrenamt und digitalen Ehrenamt

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Marc-Oliver Pahl
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